Rechtshistorikertag in Wien (2026)

Tagungszeitraum: 18.-14.09.2026

Tagungsberichte: FAZ, 23.09.2026, N 5.

Programm:

A) Hauptvorträge:

Festvortrag: Sebastian Schütze: Rechtsdokumente in der Kunstgeschichte bei Caravaggio und Zeitgenossen
Hauptvortrag I: Pieter Judson: Anchoring Interculturality in Law: Austria’s Remarkable Constitution of 1867
Hauptvortrag II: Ulrike Babusiaux: Recht und kulturelle Vielfalt: Das römische Stiftungsrecht im Kontext des Imperium Romanum
Hauptvortrag III: Anne Peters: Der Universalitätsanspruch des Völkerrechts: Clash of Cultures seit 1648
Hauptvortrag IV: Thomas Finkenauer: Die Würde im römischen Privatrecht
Hauptvortrag V: Wolfgang Kaiser, Sprachenvielfalt und Rechtskultur: Die Einleitungskonstitutionen und Indices zu den Digesten
Hauptvortrag VI: Martin Schennach: Der Bauernkrieg von 1525 und die Verrechtlichung von Konflikten

B) Sektionen:

  1. Recht und Rechtskontakt im Mittelmeerraum (Moderation: Tiziana Chiusi)
    Athina Dimopoulou: “Fides Graeca, nulla fides”? Reconsidering the sources
    Johannes Platschek: Spuren römischen Rechts in den arabischen Papyri
    Constantin Willems: Rechtskontakt in Judäa vor und nach der Constitutio Antoniniana
    Goizane Urrutia Gutiérrez: Women and Compulsory Public Services in Roman Egypt: Circulation of Legal Models in the Mediterranean
  2. Vergleichende Dimension von autoritären Regimen (Moderation: Eva Schumann)
    Jaromír Tauchen: Instrumentalisierung des Rechts: Die Geltung und Anwendung des nationalsozialistischen Rechts im Protektorat Böhmen und Mähren im transnationalen Kontext
    Eszter Herger: Nationalsozialismus transnational? Rechtsvergleich und Rechtstransfer am Beispiel der ungarischen „Ehe- und Familienschutz“– Reformgesetzgebung (1935–1944)
    Adrian Schmidt-Recla: Rezipierte Revolution oder transnationales Unrecht? Russische und deutsche Enteignungskonzeptionen im Umfeld des Systemwechsels
    Michael Zwanzger: Justiz im Staatskonzern: Die Vertragsgerichte der DDR
  3. Übersetzung / Methode / Interpretation (Moderation: Martin Avenarius)
    Floriana Cursi: Interpretation of Legal Concepts from Roman Law to Modern Civil Law: Some Examples
    Daphne Penna: Römische Juristen besser verstehen durch die byzantinischen Rechtsquellen: Das depositum irregulare anhand von Basilikenscholien
    Kazuhiro Takii: Verfassung als Körper und Gewand des Staates: Japans Begegnung mit dem Konstitutionalismus
    Guido Pfeifer: Zur Erschließung historischer Rechtsquellen des Altertums im Spannungsfeld zwischen Eigenbegrifflichkeit und applikativer Forschungstradition
  4. Interkulturalität in der Habsburgermonarchie (Moderation: Anita Ziegerhofer)
    Mark Cornwall: The Limits of the Late Habsburg Rechtsstaat: A Comparison of Treason Trials in Croatia and Cisleithania
    Borbála Möller-Török: Justiz für alle? Zivilverfahrensreformen, Zugang zum Recht und politischer Wandel in Ostmitteleuropa, 1895–1938
    Andrzej Dziadzio: Die rechtliche Stellung der nichtchristlichen Minderheiten in der Donaumonarchie
    Christoph Stoll: Theater als Bühne der Interkulturalität
  5. Europäische Dimensionen des Privatrechts (Moderation: Christian Baldus)
    Iole Fargnoli: Irrtum und Zahlung einer Nichtschuld, auch durch Dritte
    Gregor Albers: Zur Anweisung im Konkurs: Ein dogmenhistorischer Blick auf das Rheinische Recht
    Stephan Wagner: Interzession der Kauffrau – Zwischen Restriktion und Profession
    Joaquín Garrido Martín: Römische Regelungsprobleme und pandektistische Lösungen: Das Recht der Gesamtschuldverhältnisse im 19. Jahrhundert
  6. Konflikt und Spaltung im transkulturellen Raum (Moderation: Juliane Schiel)
    Zülâl Muslu: Osmanisches gemischtes Handelsgericht: Brücke oder Grenze zwischen den Gemeinschaften?
    Luigi Nuzzo: Dekolonisiert, aber eurozentrisch: Perspektiven für eine kritische Rechtsgeschichte
    Julia Bühner: Non obstant les grans cris et le grant brait qu‘elles fasoient: Geschlechtsspezifische Gewalt im Kontext der Atlantischen Expansion
    Dave De ruysscher: Privileges of Merchants: Shielding Old Market Law against the Ius Commune (Low Countries, 15th–16th Centuries)
  7. Gerichts-, Professions- und Praxiskulturen (Moderation: Inge Hanewinkel)
    Elsemieke Daalder: Nulla dubitatio est post rescriptum imperatoris: Ulpian und ein severisches Reskript an den Statthalter Ovinius Tertullus, C. 8,50(51),1
    Christine Lehne-Gstreinthaler: Von streitbaren Erben und betrügerischen Gesellschaftern – das officium iudicis bei den Teilungsklagen
    Tobias Schenk: Spruchkörper? Probleme kollegialen Entscheidens in der Frühen Neuzeit
    Nikolaus Linder: Die Spruchtätigkeit der Wittenberger Spruchfakultät zwischen 1741 und 1756 – ein Pilotprojekt zur frühneuzeitlichen Justizgeschichte
  8. Vergleichende Perspektiven auf Staatsmodelle einschließlich religiös fundierter Staatsmodelle (Moderation: Andreas Thier)
    Helmut Reimitz: Entstehung der merowingischen Königsurkunde vor dem Hintergrund der früheren Geschichte des fränkischen Rechtspluralismus im sechsten und siebenten Jahrhundert
    Almut Höfert: Religion, Gesetz, Imperium: Herrschaftslegitimationen in Kaisertum und Kalifat vom 4. bis zum 12. Jahrhundert
    Yves Mausen: „Römisch kanonisch“: Zur Bildung des utrumque ius vor 1197 am Beispiel der Summa de testibus magistri G. „inter homines litium fata“
    Tamara Morsel-Eisenberg: Sixteenth-Century Rabbinic Law in Correspondence and in Codes: Text, Knowledge Organization, and Legal Authority